Feldbesuche und Projekteröffnungen in Kamerun

    Vom 27. Dezember bis 18. Januar 2018 reisten zwei Vorstandsmitglieder des Baobab e.V. in ländliche Gebiete in Kamerun um dort mit zivilen Organisationen und Basisgruppen zu sprechen. Besonders erfreulich war das Event zur Projekteröffnung des Solarlampen-Projektes "Villageboom", welches gemeinsam mit einer zur selben Zeit anwesenden, vierköpfigen Reisegruppe des Kasseler Kooperationsvereins Miteinander für Menschen in Afrika e.V. sowie Mitarbeitern des IPEED-Institutes und einer lokalen Frauengruppe bestritten wurde. Überdies konnte eine Multiplikatoren-Fortbildung zur Förderung lokaler Kleinimkerei angestoßen werden. In einem ersten Workshop wurde dazu der Bau von Bienenkästen aus lokal verfügbaren Naturmaterialien an eine achtköpfige Gruppe junger Erwachsener durch einen lokal erfahrenen Imker vermittelt. Am Ende des Workshops waren die Teilnehmer überzeugt davon, dass Imkerei eine wirksame Aktivität zur Generierung von Einkommen, aber auch zur Steigerung von der Produktivität von Agrargebieten ist.

    Identifizierung von Qualifizierungsbedarf in der berufspraktischen Bildung

    Am 6. Dezember konnte Baobab e.V. einen Vortrag für Studierende der Sozialwissen-schaften im Rahmen des Soziologie-Seminars „Einführung in afrikanische Soziologien des Subsahara-Afrika-Raumes“ veranstalten. Dazu wurde der Referent E. Ametepeh aus Frankfurt gewonnen werden um seine Dissertation „Forest Transition Deficiency Syndrom“ vorzustellen und mit Bachelor- und Lehramtsstudierenden zu diskutieren. Herr Ametepeh beschäftigt sich angesichts der weltweiten Klimaproblematik mit der Frage, wie die Wälder Afrikas einen stärkeren Schutz erfahren können und untersuchte am Beispiel von Waldgemeinschaften in der Hochwaldzone von Ghana Möglichkeiten wie dortiger Lebensraum nachhaltig auch für zukünftige Generationen geschützt werden kann. Dabei ist eine zentrale Frage wie die lokale Bevölkerung einen stärkeren politischen Einfluss ausüben, aber auch eigene Maßnahmen ergreifen kann.

    Am 25. Oktober und 11. November 2017 präsentierten zwei Mitglieder von Baobab e.V. aktuelle Projekte und Vorhaben Studierenden der Universität Kassel sowie Mitgliedern des KoBra-Netzwerkes, welches sich seit vielen Jahren für die Stärkung von Gemeinschaften in Brasilien einsetzt. Dabei waren beide Projektmärkte gut besucht und boten vielfache Gelegenheit, sich mit engagierten studentischen Initiativen in Bereichen wie Klimagerechtigkeit, Bildungsarbeit für kulturelle Vielfalt und anderen politischen Kontexten zu vernetzen und die Debatten der KoBra-Jahrestagung mitzuerleben.

    Am 29. und 30. September 2017 nahmen zwei Baobab-Mitglieder an der themenspezifischen Afrika-Tagung in Frankfurt teil. Ebenso nahm unser Gast Fred Obuo aus Ghana teil. Der Auftakt der Tagung wurde nach einem gescheiterten Skype-Versuch mit Prof. Felwine Sarr aus Dakar. Ökonom und Autor von "Afrotopia", durch einen sehr interessanten Impulsvortrag von Aziz Salmone Fall aus Kanada zu "Souveränität und organisiertes geopolitisches Chaos: die Umstrukturierung von äußeren Kräften in Afrika" eröffnet. Ebenso wurden musikalische Beiträge verschiedener Künstler geboten. Am Samstagmorgen wurde mittels Fishbowl-Diskussion und verschiedenen Vertretern zivilgesellschaftlicher Bewegungen in Afrika über die Zukunftsperspektiven und Herausforderungen des Kontinents diskutiert. Am Nachmittag besuchten die Baobab-Mitglieder den Workshop "Klimawandel - Wie geht Afrika damit um?". Dabei entstanden interessante Gespräche und Kontakte.

    Am 28. September 2017 sprachen in der Universität Kassel Baobab-Mitglieder mit dem ghanaischen Solarlampen-Verkäufer und dortigem Projektbetreuer Fred Ubuo aus Ghana über Herausforderungen und Visionen für einen Projekttransfer nach Kamerun. In dem Projekt "Villageboom" werden lichtstarke Solarlampen mit kleinen Solarpanels zum Laden von Lampen und Mobiltelefonen mit organisierten Frauengruppen in einem Mikrokredit-Mechanismus finanziert um nach einer viermonatigen Anschaffungsphase einerseits Kosten für fossile Brennstoffe in den Familienhaushalten zu reduzieren und andererseits um ländlichen Haushalten durch Licht Möglichkeiten zur Einkommensgenerierung (z.B. Schneiderarbeiten, Einzelhandel) auch in den Abendstunden nach 18:00 Uhr zu ermöglichen. Dies kann weitere positive Effekte nach sich ziehen, wie z.B. die Förderung von Organisation und Zusammenhalt unter Frauen in ländlichen Regionen, einen Beitrag zur Autonomie leisten und auch für Kinder in den Familien eine Möglichkeit darstellen unter besseren Bedingungen z.B. Hausaufgaben zu machen.

    Aufgeladen, voller neuer Energie und Tatendrang kehrten zwei Mitglieder des Baobab e.V. von der diesjährigen Degrowth-Summerschool zurück, welche auf dem diesjährigen Klimacamp vom 18. bis 23. August 2017 abgehalten wurde. Das Klimacamp im Rheinland – ein alljährliches Treffen von Klimaschützer_innen, Ökoaktivist_innen und Weltveränderern aus aller Welt, fand dieses Jahr unweit des Örtchens Erkelenz statt und damit in unmittelbarer Nähe der Abbruchkante, an welcher sich die gefräßigen Riesenbagger, zu Zwecken der Braunkohleförderung, unaufhörlich weiter in die Landschaft fräßen und diese in eine unwirkliche Mondlandschaft verwandeln. In Zusammenarbeit mit Dr. Marthe Djuikom, Koordinatorin unserer Partnerorganisation in Kamerun, wurden interessierte Studierenden aus Frankreich, Belgien und Deutschland in einem viertägigen Workshop für die Verknüpfung von Degrowth- und Klimagerechtigkeitsansätzen im globalen Norden mit nachhaltiger Entwicklungszusammenarbeit an der Basis im globalen Süden sensibilisiert. Der Workshop stand unter der Leitfrage „Wie können Erfahrungen über den Kompetenzaufbau für einen gesellschaftlichen Wandel in Mikro-Projekten Wege und Impulse für einen Wandel auf der Makro-Ebene benennen?“.

    Vom 23. bis 26. Juni 2017 diskutierten ca. 100 Experten*innen aus Wissenschaft, von Nichtregierungsorganisationen der Entwicklungszusammenarbeit sowie Repräsentant*innen von Organisationen indigener und traditioneller Völker und Gemeinschaften aus zwölf Ländern von vier Kontinenten über lokale Zukunftsperspektiven in Hofgeismar. Dabei verlief die Debatte über die vier Themenschwerpunkte "Identität und Tradition", "Territorien, Rechte und Bedrohung", "Territorien, Rechte und Nachhaltigkeit" sowie "Migration und Ökonomie" (siehe Programmflyer deutsch oder englisch). Baobab e.V. brachte sich bereits während der Planungsphase des Kolloquiums stark dafür ein, insbesondere Beiträge aus Afrika beim V. Kolloquium der teilnehmenden Öffentlichkeit vorzustellen, da regionale Perspektiven aus Subsahara-Afrika in der wissenschaftlichen Debatte über traditionelle Völker und Gemeinschaften bisher unterrepräsentiert waren.

    Am 22. Juni 2017 kamen im Rahmen eines Afrika-Vernetzungstreffens Mitglieder des Baobab e.V. mit verschiedenen Vertreter_innen von zivilgesellschaftlichen Organisationen und akademischen Institutionen für eine Konferenz in der Universität Kassel zusammen um sich über individuelle Erfahrungen und gemeinsame Kooperationsmöglichkeiten auszutauschen. Dabei sprachen drei NGO-Vertreter aus der deutschen Diaspora-Bewegung mit Länderbezügen zu Nigeria und Kamerun sowie Wissenschaftlicher_innen aus Benin, Kamerun und Deutschland über die Themenfelder:

    • Academic integration for capacity building: outlines for international partnerships (North-South, South-South)
    • Cultures, languages and migration as motors for development
    • Renewable Energies and Green Energy Business for local enterpreneurship.

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