Tag der Erde 2019

    Info-Stand von Baobab e.V. beim Straßenfest "Tag der Erde" in Kassel

    Am 28.April 2019 nahmen die Mitglieder des Baobab e.V. mit einem Info-Stand an dem Kulturfest "Tag der Erde" auf der Ludwig-Mohn-Straße in Kassel teil. Mit einem sehr breiten Informationsangebot an mehr als 200 Ständen wurde an diesem Tag mehr als 15.000 Besuchern verschiedene Ideen zur Förderung von Nachhaltigkeit sowie sozialem oder politischem Engagement geboten. Unser Verein Baobab e.V. präsentierte auf Stellwänden und einem Info-Tisch verschiedene lokale Tätigkeiten in Nordhessen und informierte über internationale Projekte zur Stärkung des ländlichen Raumes in den Ländern Kamerun, Ghana, Sambia und Simbabwe. Darunter informierte der Verein über das Solarlampen-, Radion- und Imkerei-Projekt sowie Literatur und regionale Produkte der afrikanischen Länder. Dazu konnten die Besucherschaft auf Spendenbasis das Kochbuch "Vielfalt schmecken", Kinderschminken oder einen Ableger und Familienangehörigen der "größten Blume der Welt" erwerben. Ein spontaner Höhepunkt war der Auftritt des in Kassel wohnhaften US-Straßenkünstlers Clairmont Moore, bekannt unter dem Namen "Beat Man". Herz seiner Kunst ist es, wie er seine Aktivität selbst beschreibt, alte Metall- und Keramik-Töpfe sowie Küchengestände, in guter Manier als Schlagzeug zu verwenden. Wir bedanken uns für die vielen, interessanten Gespräche und Rückmeldungen und hoffen auch im nächsten Jahr wieder dabei zu sein.

    Projektausweitung "Villageboom"

    200 neue Solarlampen-Systeme für die Region Lengtombo in Südkamerun

    Am 4. April 2019 erreichte unsere zweite Charge Solarlampen-Systeme den Hafen von Douala. Von dort werden die Lampen nun in die Region Lengtombo gebracht, wo sie im Rahmen der Projektkooperation zwischen dem Baobab e.V., dem Miteinander für Menschen in Afrika e.V. sowie dem lokalen Forum für erneuerbare Energien und ländliche Entwicklung eingesetzt werden. Die Nachfrage ist auch dort sehr groß, viele Frauen aus vorwiegend kirchlichen Gruppen  haben bereits kleine Geldbeträge gespart, um am Projekt Villageboom teilzunehmen, welches schrittweise mittels eines Mikrokreditverfahrens Haushalte mit Kleinstphotovoltaik-Systemen ausstattet. Wir hoffen, dass die Pakete nun den letzten Weg auch noch sicher zurücklegen.  

    Weitere Hinweise zum Projekt "Villageboom" finden sich in den vergangenen Aktivitäten sowie in der Projektbeschreibung.

    Vortrag "Zu beiden Seiten des Sambesi-Tals"

    Reisebericht zu Radioprojekten in Simbabwe und Sambia

    Am 16. März 2019 berichtete ein Mitglied des Baobab e.V. von Radioprojekten in Simbabwe und Sambia im Rahmen einer Veranstaltung im FUgE-Weltladen in Hamm. Anlass der Veranstaltung war die jüngst beendete Reise des Baobab-Fördermitglieds Claudia Wegener in die ländlichen Gebiete des Sambesi-Tals.
    Der Sambesi trennt heute Simbabwe auf der Südseite von Sambia auf der nördlichen Seite. Über zwei Monate hat Claudia Wegener die Frauen der lokalen Initiative Zubo Trust in ihrer Arbeit begleitet und  auf der gegenüber liegenden Seite des Kariba Stausees vier Monate mit Jugendlichen beim Lokalsender Zongwe FM gearbeitet. Ebenfalls erzählte sie von gegenseitigen Austauschbesuchen der Frauen über den See und die genossenschaftliche Produktion von Körben, Taschen und Seife von Frauengruppen von Zubo Trust. In geselliger Brunch-Atmosphäre konnten die zahlreichen Besucher*innen im Anschluss an einen ton- und bildgestützten Vortrag individuelle Fragen stellen.
    Seit 2012 war Claudia Wegeners viermal in der Region des Sambesi-Tal zwischen Simbabwe und Sambia.


    Weitere Informationen gibt es auf dem Blog von Radio Continental Drift: https://fuge-hamm.org/2018/09/16/zu-beiden-seiten-des-zambezi-tals/

    Vortrag an der Universität Kassel: Forest Transition Deficiency Syndrom

    Der Beitrag der Wälder Afrikas für den Klimaschutz: Ein Beispiel von Hochwald-Gemeinschaften in Ghana

    Am 1. Februar 2019 diskutierte Herr Emmanuel Ametepeh mit Studierenden der Universität Kassel darüber, wie angesichts der weltweiten Klimaproblematik mit politischen Konzepten zum Schutz der tropischen Wälder in Afrika umgegangen wird und welche Zukunftsvisionen für einen nachhaltigen Schutz der Wälder denkbar sind. Einleitend referierte Herr Ametepeh unterstützt durch einen Powerpoint-Vortrag unterschiedliche Grundideen forstwirtschaftlicher Strategie-Konzepte, welche er auch in seinem jüngst veröffentlichten Buch "Forest Transition Deficiency Syndrom" behandelt. Unter Rückgriff auf persönliche Erfahrungen in Ghana schilderte Herr Ametepeh seine Erfahrungen in afrikanischen Waldgemeinschaften, die aufgrund ihrer ökonomischen Abhängigkeit vom Agrarsektor sowie der einer erweiterten Forstwirtschaft die lokalen Wälder nicht ausreichend schützen. Folgend stellte der Referent Vor-  und Nachteile verschiedener, theoretischer Modelle („Forest Transition Theory“) dar, die staatliches, politisches Handeln zum Schutz der Wälder definieren und leiten. Dabei verglich Herr Ametepeh unter Rückgriff auf seine praktischen Feldstudien sowie seinen begleitenden Literaturrecherchen internationale politische Strategien zum Schutz der Wälder (bspw. in Europa, aber auch südamerikanischen Ländern wie Brasilien, Costa Rica, u.w.).

    Die Zukunft afrikanischer Gemeinschaften und Gesellschaften?

    Im Rahmen des Seminars "Afrika im Zentrum!?" an der Universität Kassel kam Herr Jean Felix Belinga am 21. Januar 2019 für ein interkulturelles Gespräch mit Studierenden nach Kassel. Einleitend bezog Herr Belinga im Rahmen seines Impulsvortrags „Die Zukunft Afrikas“ entlang der Themenschwerpunkte „Interkulturelle Trainings – Unser Thema – Wahrnehmung – Die europäische Wahrnehmung von Afrika“ schrittweise eine persönliche Bilanz, wie Vergangenheit und Gegenwart in Zusammenhang mit der Wahrnehmung ein Bild der Zukunft entwerfen können. Dabei verwies Herr Belinga sehr anschaulich, welche Brüche und Entwicklungen der Vergangenheit und Gegenwart dazu führten, dass die Zukunft sprichwörtlich „verschwimmt“ und er diese nur mittels Fragen skizzieren könnte. Für die Vergangenheit benannte Herr Belinga Aspekte wie (1) die afrikanischen Traditionen und der Kampf um sie, (2) der Sklavenhandel sowie (3) der Kolonialismus und der Kampf um Befreiung und Anerkennung. Dazu referierte er, welche Aspekte europäische Gesellschaften in der Gegenwart Afrikas nicht oder nur unzureichend wahrnehmen würden (z.B. kulturelle Gegebenheiten, Interessen und Bedürfnisse, Soziale Organisationsformen, Bedeutung von Begriffen wie Würde oder Demokratie, eigene politische Entwürfe und Wertesysteme).

    Projektevaluationen und Ausweitung der Kooperationen in Kamerun

    Vom 7. bis 17. Januar 2019 besuchte ein Mitglied des Vereins verschiedene Kooperationspartner in Kamerun. Ziel des Aufenthaltes war es, die in 2017 gestarteten Schulungen zur Förderung lokaler Kleinimkerei zu evaluieren, den Stand des Solarlampen-Projektes zur Förderung von Frauen-Organisationen zu erfassen und mit lokal ansässigen beruflichen Schulen Kontakte zu knüpfen für zukünftige Zusammenarbeiten. Während des Aufenthaltes wurden zahlreiche Gespräche mit Vertreter*innen ländlicher Organisationen geführt. Im Rahmen einer Spende wurden der in Foumbot ansässigen Organisation MUDYPEN etwa 300 Lesebrillen übergeben, welche zuvor von Optikern aus Deutschland ausgelesen worden waren. Bei einem Tag der offenen Tür im Gesundheitszentrum "Les bienfaiteurs" wurden die gespendeten Brillen an betroffene Menschen abgegeben, die einen ärztlichen Augenattest vorweisen konnten. Viele Frauengruppen in der Gemeinde Kouoptamo berichteten von einer angespannten, sozio-ökonomischen Lage aufgrund der anhaltenden Spannungen zwischen der Regierung und anglophonen Bevölkerung im Westen des Landes.

    Erfahrungsaustausch im Forum für Integration e.V. in Frankfurt a. Main

    Auf Anfrage des Vereins Forum für Integration e.V. reiste ein Mitglied des Baobab-Vorstandes am 25. Oktober 2018 zu einem Gesprächsabend, welcher in den Räumlichkeiten der Kultur- und Szenebar Club Voltaire in Frankfurt am Main stattfand. Gegenstand des gemeinsamen Austauschs von 8 Vertreter*innen ehrenamtlicher Organisationen war die gegenseitige Vorstellung der Vereinsaktivitäten, Erfolge und Herausforderungen sowie ein Erfahrungsaustausch über die Vereinbarkeit von Ehrenamt, Familie und Beruf. Dabei wurde deutlich, dass die Balance verschiedener Tätigkeitsbereiche für alle Teilnehmenden oft eine Herausforderung ist. Dennoch können Kompetenzen aus ehrenamtlichen und beruflichen Tätigkeitsbereichen auch wechselseitig und gewinnbringend genutzt werden, so dass mitunter Ehrenamt und Beruf keine Gegensätze darstellen müssen.Während der Veranstaltung wurden interessante Kontakte geknüpft, unter anderem zum Verein Maisha e.V.. Zum Ende des Treffens gingen die teilnehmenden Vertreter*innen mit der Überzeugung auseinander, dass je nach Bedarfsfall auch zukünftige Kooperationen stattfinden können.

    Abschluss-Aktion von Student*innen der Uni Kassel

    Woher kommen wir? Wohin gehen wir? Das sind die Fragen der Stunde...

    Zum Abschluss eines Soziologie-Seminars "Einführung in 'afrikanische' Soziologien des Südens", welches im Sommersemesters 2018 stattfand, kamen die Seminarteilnehmer*innen zu Beginn des neuen Semesters im Oktober 2018 zusammen, um durch die Gestaltung und Ausstellung eines Transparentes im Umfeld des studentischen Cafés Desasta auf aktuelle gesellschaftliche Fragen hinzuweisen. Dabei einigten sich die Studierenden gemeinsam auf ein Zitat von Thomas Sankara, der als politischer Führer der antikolonialen Befreiungsbewegung in Burkina Faso und späterer Präsident des Landes in die Geschichte einging. Seine politische Ermordung am 15. Oktober 1983 gilt auch heute noch als nicht vollständig aufgeklärt. Trotzdem ist die Beteiligung und Einflussnahme internationaler Großmächte an der Ermordung bekannt. Seine politischen Errungenschaften und Ideen zur realen ökonomischen Unabhängigkeit des Landes werden noch heute von Bürgerrechtler*innen weltweit hervorgehoben. Mit der Aktion wollten die Seminarteilnehmer*innen neben der Erinnerung, aber auch zeitgenössische Impulse setzen für Fragen, die es auch im Entwicklungsland Deutschland nach wie vor zu klären gibt. Besonders Erstsemester-Studierende sollen sich so bewusst werden, dass ein Studium an einer Universität neben theoretischen Erkenntnissen auch praxisrelevant für politische Meinungsäußerungen und zivilgesellschaftliche Partizipation ist. 

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