Der Beitrag der Wälder Afrikas für den Klimaschutz: Ein Beispiel von Hochwald-Gemeinschaften in Ghana

    Am 1. Februar 2019 diskutierte Herr Emmanuel Ametepeh mit Studierenden der Universität Kassel darüber, wie angesichts der weltweiten Klimaproblematik mit politischen Konzepten zum Schutz der tropischen Wälder in Afrika umgegangen wird und welche Zukunftsvisionen für einen nachhaltigen Schutz der Wälder denkbar sind. Einleitend referierte Herr Ametepeh unterstützt durch einen Powerpoint-Vortrag unterschiedliche Grundideen forstwirtschaftlicher Strategie-Konzepte, welche er auch in seinem jüngst veröffentlichten Buch "Forest Transition Deficiency Syndrom" behandelt. Unter Rückgriff auf persönliche Erfahrungen in Ghana schilderte Herr Ametepeh seine Erfahrungen in afrikanischen Waldgemeinschaften, die aufgrund ihrer ökonomischen Abhängigkeit vom Agrarsektor sowie der einer erweiterten Forstwirtschaft die lokalen Wälder nicht ausreichend schützen. Folgend stellte der Referent Vor-  und Nachteile verschiedener, theoretischer Modelle („Forest Transition Theory“) dar, die staatliches, politisches Handeln zum Schutz der Wälder definieren und leiten. Dabei verglich Herr Ametepeh unter Rückgriff auf seine praktischen Feldstudien sowie seinen begleitenden Literaturrecherchen internationale politische Strategien zum Schutz der Wälder (bspw. in Europa, aber auch südamerikanischen Ländern wie Brasilien, Costa Rica, u.w.).

    Im Rahmen des Seminars "Afrika im Zentrum!?" an der Universität Kassel kam Herr Jean Felix Belinga am 21. Januar 2019 für ein interkulturelles Gespräch mit Studierenden nach Kassel. Einleitend bezog Herr Belinga im Rahmen seines Impulsvortrags „Die Zukunft Afrikas“ entlang der Themenschwerpunkte „Interkulturelle Trainings – Unser Thema – Wahrnehmung – Die europäische Wahrnehmung von Afrika“ schrittweise eine persönliche Bilanz, wie Vergangenheit und Gegenwart in Zusammenhang mit der Wahrnehmung ein Bild der Zukunft entwerfen können. Dabei verwies Herr Belinga sehr anschaulich, welche Brüche und Entwicklungen der Vergangenheit und Gegenwart dazu führten, dass die Zukunft sprichwörtlich „verschwimmt“ und er diese nur mittels Fragen skizzieren könnte. Für die Vergangenheit benannte Herr Belinga Aspekte wie (1) die afrikanischen Traditionen und der Kampf um sie, (2) der Sklavenhandel sowie (3) der Kolonialismus und der Kampf um Befreiung und Anerkennung. Dazu referierte er, welche Aspekte europäische Gesellschaften in der Gegenwart Afrikas nicht oder nur unzureichend wahrnehmen würden (z.B. kulturelle Gegebenheiten, Interessen und Bedürfnisse, Soziale Organisationsformen, Bedeutung von Begriffen wie Würde oder Demokratie, eigene politische Entwürfe und Wertesysteme).

    Vom 7. bis 17. Januar 2019 besuchte ein Mitglied des Vereins verschiedene Kooperationspartner in Kamerun. Ziel des Aufenthaltes war es, die in 2017 gestarteten Schulungen zur Förderung lokaler Kleinimkerei zu evaluieren, den Stand des Solarlampen-Projektes zur Förderung von Frauen-Organisationen zu erfassen und mit lokal ansässigen beruflichen Schulen Kontakte zu knüpfen für zukünftige Zusammenarbeiten. Während des Aufenthaltes wurden zahlreiche Gespräche mit Vertreter*innen ländlicher Organisationen geführt. Im Rahmen einer Spende wurden der in Foumbot ansässigen Organisation MUDYPEN etwa 300 Lesebrillen übergeben, welche zuvor von Optikern aus Deutschland ausgelesen worden waren. Bei einem Tag der offenen Tür im Gesundheitszentrum "Les bienfaiteurs" wurden die gespendeten Brillen an betroffene Menschen abgegeben, die einen ärztlichen Augenattest vorweisen konnten. Viele Frauengruppen in der Gemeinde Kouoptamo berichteten von einer angespannten, sozio-ökonomischen Lage aufgrund der anhaltenden Spannungen zwischen der Regierung und anglophonen Bevölkerung im Westen des Landes.

    Auf Anfrage des Vereins Forum für Integration e.V. reiste ein Mitglied des Baobab-Vorstandes am 25. Oktober 2018 zu einem Gesprächsabend, welcher in den Räumlichkeiten der Kultur- und Szenebar Club Voltaire in Frankfurt am Main stattfand. Gegenstand des gemeinsamen Austauschs von 8 Vertreter*innen ehrenamtlicher Organisationen war die gegenseitige Vorstellung der Vereinsaktivitäten, Erfolge und Herausforderungen sowie ein Erfahrungsaustausch über die Vereinbarkeit von Ehrenamt, Familie und Beruf. Dabei wurde deutlich, dass die Balance verschiedener Tätigkeitsbereiche für alle Teilnehmenden oft eine Herausforderung ist. Dennoch können Kompetenzen aus ehrenamtlichen und beruflichen Tätigkeitsbereichen auch wechselseitig und gewinnbringend genutzt werden, so dass mitunter Ehrenamt und Beruf keine Gegensätze darstellen müssen.Während der Veranstaltung wurden interessante Kontakte geknüpft, unter anderem zum Verein Maisha e.V.. Zum Ende des Treffens gingen die teilnehmenden Vertreter*innen mit der Überzeugung auseinander, dass je nach Bedarfsfall auch zukünftige Kooperationen stattfinden können.

    Woher kommen wir? Wohin gehen wir? Das sind die Fragen der Stunde...

    Zum Abschluss eines Soziologie-Seminars "Einführung in 'afrikanische' Soziologien des Südens", welches im Sommersemesters 2018 stattfand, kamen die Seminarteilnehmer*innen zu Beginn des neuen Semesters im Oktober 2018 zusammen, um durch die Gestaltung und Ausstellung eines Transparentes im Umfeld des studentischen Cafés Desasta auf aktuelle gesellschaftliche Fragen hinzuweisen. Dabei einigten sich die Studierenden gemeinsam auf ein Zitat von Thomas Sankara, der als politischer Führer der antikolonialen Befreiungsbewegung in Burkina Faso und späterer Präsident des Landes in die Geschichte einging. Seine politische Ermordung am 15. Oktober 1983 gilt auch heute noch als nicht vollständig aufgeklärt. Trotzdem ist die Beteiligung und Einflussnahme internationaler Großmächte an der Ermordung bekannt. Seine politischen Errungenschaften und Ideen zur realen ökonomischen Unabhängigkeit des Landes werden noch heute von Bürgerrechtler*innen weltweit hervorgehoben. Mit der Aktion wollten die Seminarteilnehmer*innen neben der Erinnerung, aber auch zeitgenössische Impulse setzen für Fragen, die es auch im Entwicklungsland Deutschland nach wie vor zu klären gibt. Besonders Erstsemester-Studierende sollen sich so bewusst werden, dass ein Studium an einer Universität neben theoretischen Erkenntnissen auch praxisrelevant für politische Meinungsäußerungen und zivilgesellschaftliche Partizipation ist. 

    Bau des Kinder- und Frauenzentrums in Yaoundé schreitet voran...

    Am 23.9.2018 trafen sich Vorstandsmitglieder der beiden Vereine um über die seit Anfang des Jahres gestarteten Projekte, deren Fortführung und den Transfer in andere ländliche Gebiete in Kamerun zu beraten. Dabei sprachen die Beteiligten sowohl über das sich im Bau befindliche Projekt zum Aufbau eines Kinder- und Frauenzentrums in einer kirchlichen Gemeinde in Yaoundé sowie über das Projekt "Villageboom", welches im ersten Projektdurchlauf mit Frauengruppen in Kouoptamo erfolgreich durchgeführt werden konnte. Ergebnisse des Treffens waren neben der Verständigung über die Fortführung der Zusammenarbeit, dass das Projekt "Villageboom" in abgelegenen Regionen im Süden des Landes, speziell in der Region um Leng-Tombo fortgeführt werden soll, da erste Befragungen der lokalen Bevölkerung ein hohes Interesse ergaben. Ebenso wurde das weitere Vorgehen zum Projekt "Aufbau eines Kinder- und Frauenzentrums in Yaoundé" besprochen, welches aufgrund verschiedener (zumeist krankheitsbedingter) personeller Gründe noch nicht ganz abgeschlossen ist. 

    Wir bedanken uns für die konstruktive Zusammenarbeit und freuen uns auch in Zukunft auf gemeinsame Vorhaben in Kassel und Kamerun.

    Am 14.8.2018 besuchten zwei Vorstandsmitglieder die Informationsveranstaltung der Finanzämter in Kassel und Hofgeismar um Einsichten in steuerliche Aspekte zu erhalten, die es bei der Führung gemeinnütziger Organisationen zu berücksichtigen gilt. Die Veranstaltung mit rund 500 teilnehmenden Vertreterinnen und Vertretern gemeinnütziger Organisationen wurde mit einem Impulsvortrag zu den Themen eröffnet. Anschließend konnten die Teilnehmern an verschiedenen Thementischen individuelle Fragen klären. Bei freundlichen Mitarbeitern konnten wir uns so gezielt über formale und steuerliche Aspekte informieren, die im Rahmen internationaler Entwicklungszusammenarbeit z.B. hinsichtlich der Verwaltung von Belegen, Transporten von verschiedenen Materialien und Zahlungen an Vereinsmitgliedern und Partnerorganisationen im Ausland entstehen. 

    Spannende Impulse für zukünftige Kooperationen in Afrika

    Bei schönstem Sonnenschein fand am Samstag, den 9. Juni 2018, unser Baobab-Profilbildungsworkshop statt. Zu diesem Anlass wurde von Boris Heil ein Input gestaltet, welcher zuvor im Rahmen seiner abgeschlossenen Masterstudien an der Universität Kassel eine Analyse verschiedener Strömungen in der Postwachstums- und Degrowth-Debatte vorgenommen hatte. Auf Grundlage seines bisher unveröffentlichten Artikels „Postwachstum als konkrete Utopie“ erarbeiteten die Baobab-Mitglieder  zusammen mit dem Impulsspender Strategien, alternative Modelle und Konzepte, um den verschiedenen derzeit vorherrschenden „strukturellen Wachstumszwängen“, die sich beispielhaft durch die allgemein hohe Kapitalintensität von Unternehmen, Zinsverpflichtungen aufgrund von Fremdfinanzierungen, lange Wertschöpfungsketten sowie durch technischen Fortschritt, der zu einem Rückgang menschlicher Arbeit führt (vgl. Paech 2015), ergeben, nachhaltigkeitsbewusstere Modelle gegenüber zu stellen. Dabei fasst das Zitat von Frauenlob et. al. (2017) den Degrowth-Ansatz wie folgt zusammen: „Degrowth bietet die Gelegenheit, dem Beat einer besseren Gesellschaft bereits im Hier und Heute nachzuspüren, bietet einen Rahmen für transformatives Denken und Handeln, Hoffnung in der politischen Auseinandersetzung und Begegnung mit Gleichgesinnten, die eine ökologisch und sozial gerechte Zukunft gestalten wollen“. Boris Heils Ausführungen fokussierten sich so dann auf die strukturierte Gegenüberstellung verschiedener Perspektiven und Strömungen innerhalb der Postwachstumsdebatte.

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