Auf Anfrage des Vereins Forum für Integration e.V. reiste ein Mitglied des Baobab-Vorstandes am 25. Oktober 2018 zu einem Gesprächsabend, welcher in den Räumlichkeiten der Kultur- und Szenebar Club Voltaire in Frankfurt am Main stattfand. Gegenstand des gemeinsamen Austauschs von 8 Vertreter*innen ehrenamtlicher Organisationen war die gegenseitige Vorstellung der Vereinsaktivitäten, Erfolge und Herausforderungen sowie ein Erfahrungsaustausch über die Vereinbarkeit von Ehrenamt, Familie und Beruf. Dabei wurde deutlich, dass die Balance verschiedener Tätigkeitsbereiche für alle Teilnehmenden oft eine Herausforderung ist. Dennoch können Kompetenzen aus ehrenamtlichen und beruflichen Tätigkeitsbereichen auch wechselseitig und gewinnbringend genutzt werden, so dass mitunter Ehrenamt und Beruf keine Gegensätze darstellen müssen.Während der Veranstaltung wurden interessante Kontakte geknüpft, unter anderem zum Verein Maisha e.V.. Zum Ende des Treffens gingen die teilnehmenden Vertreter*innen mit der Überzeugung auseinander, dass je nach Bedarfsfall auch zukünftige Kooperationen stattfinden können.

    Woher kommen wir? Wohin gehen wir? Das sind die Fragen der Stunde...

    Zum Abschluss eines Soziologie-Seminars "Einführung in 'afrikanische' Soziologien des Südens", welches im Sommersemesters 2018 stattfand, kamen die Seminarteilnehmer*innen zu Beginn des neuen Semesters im Oktober 2018 zusammen, um durch die Gestaltung und Ausstellung eines Transparentes im Umfeld des studentischen Cafés Desasta auf aktuelle gesellschaftliche Fragen hinzuweisen. Dabei einigten sich die Studierenden gemeinsam auf ein Zitat von Thomas Sankara, der als politischer Führer der antikolonialen Befreiungsbewegung in Burkina Faso und späterer Präsident des Landes in die Geschichte einging. Seine politische Ermordung am 15. Oktober 1983 gilt auch heute noch als nicht vollständig aufgeklärt. Trotzdem ist die Beteiligung und Einflussnahme internationaler Großmächte an der Ermordung bekannt. Seine politischen Errungenschaften und Ideen zur realen ökonomischen Unabhängigkeit des Landes werden noch heute von Bürgerrechtler*innen weltweit hervorgehoben. Mit der Aktion wollten die Seminarteilnehmer*innen neben der Erinnerung, aber auch zeitgenössische Impulse setzen für Fragen, die es auch im Entwicklungsland Deutschland nach wie vor zu klären gibt. Besonders Erstsemester-Studierende sollen sich so bewusst werden, dass ein Studium an einer Universität neben theoretischen Erkenntnissen auch praxisrelevant für politische Meinungsäußerungen und zivilgesellschaftliche Partizipation ist. 

    Bau des Kinder- und Frauenzentrums in Yaoundé schreitet voran...

    Am 23.9.2018 trafen sich Vorstandsmitglieder der beiden Vereine um über die seit Anfang des Jahres gestarteten Projekte, deren Fortführung und den Transfer in andere ländliche Gebiete in Kamerun zu beraten. Dabei sprachen die Beteiligten sowohl über das sich im Bau befindliche Projekt zum Aufbau eines Kinder- und Frauenzentrums in einer kirchlichen Gemeinde in Yaoundé sowie über das Projekt "Villageboom", welches im ersten Projektdurchlauf mit Frauengruppen in Kouoptamo erfolgreich durchgeführt werden konnte. Ergebnisse des Treffens waren neben der Verständigung über die Fortführung der Zusammenarbeit, dass das Projekt "Villageboom" in abgelegenen Regionen im Süden des Landes, speziell in der Region um Leng-Tombo fortgeführt werden soll, da erste Befragungen der lokalen Bevölkerung ein hohes Interesse ergaben. Ebenso wurde das weitere Vorgehen zum Projekt "Aufbau eines Kinder- und Frauenzentrums in Yaoundé" besprochen, welches aufgrund verschiedener (zumeist krankheitsbedingter) personeller Gründe noch nicht ganz abgeschlossen ist. 

    Wir bedanken uns für die konstruktive Zusammenarbeit und freuen uns auch in Zukunft auf gemeinsame Vorhaben in Kassel und Kamerun.

    Am 14.8.2018 besuchten zwei Vorstandsmitglieder die Informationsveranstaltung der Finanzämter in Kassel und Hofgeismar um Einsichten in steuerliche Aspekte zu erhalten, die es bei der Führung gemeinnütziger Organisationen zu berücksichtigen gilt. Die Veranstaltung mit rund 500 teilnehmenden Vertreterinnen und Vertretern gemeinnütziger Organisationen wurde mit einem Impulsvortrag zu den Themen eröffnet. Anschließend konnten die Teilnehmern an verschiedenen Thementischen individuelle Fragen klären. Bei freundlichen Mitarbeitern konnten wir uns so gezielt über formale und steuerliche Aspekte informieren, die im Rahmen internationaler Entwicklungszusammenarbeit z.B. hinsichtlich der Verwaltung von Belegen, Transporten von verschiedenen Materialien und Zahlungen an Vereinsmitgliedern und Partnerorganisationen im Ausland entstehen. 

    Spannende Impulse für zukünftige Kooperationen in Afrika

    Bei schönstem Sonnenschein fand am Samstag, den 9. Juni 2018, unser Baobab-Profilbildungsworkshop statt. Zu diesem Anlass wurde von Boris Heil ein Input gestaltet, welcher zuvor im Rahmen seiner abgeschlossenen Masterstudien an der Universität Kassel eine Analyse verschiedener Strömungen in der Postwachstums- und Degrowth-Debatte vorgenommen hatte. Auf Grundlage seines bisher unveröffentlichten Artikels „Postwachstum als konkrete Utopie“ erarbeiteten die Baobab-Mitglieder  zusammen mit dem Impulsspender Strategien, alternative Modelle und Konzepte, um den verschiedenen derzeit vorherrschenden „strukturellen Wachstumszwängen“, die sich beispielhaft durch die allgemein hohe Kapitalintensität von Unternehmen, Zinsverpflichtungen aufgrund von Fremdfinanzierungen, lange Wertschöpfungsketten sowie durch technischen Fortschritt, der zu einem Rückgang menschlicher Arbeit führt (vgl. Paech 2015), ergeben, nachhaltigkeitsbewusstere Modelle gegenüber zu stellen. Dabei fasst das Zitat von Frauenlob et. al. (2017) den Degrowth-Ansatz wie folgt zusammen: „Degrowth bietet die Gelegenheit, dem Beat einer besseren Gesellschaft bereits im Hier und Heute nachzuspüren, bietet einen Rahmen für transformatives Denken und Handeln, Hoffnung in der politischen Auseinandersetzung und Begegnung mit Gleichgesinnten, die eine ökologisch und sozial gerechte Zukunft gestalten wollen“. Boris Heils Ausführungen fokussierten sich so dann auf die strukturierte Gegenüberstellung verschiedener Perspektiven und Strömungen innerhalb der Postwachstumsdebatte.

    Info-Stand über Kooperationsprojekte in Kamerun

    Am diesjährigen Tag der Erde informierten die Mitglieder des Baobab e.V. mit einer Bilderwand über derzeit in Kamerun laufende Projekte. Außerdem konnte durch die Anwesenheit von Dr. Marthe Djuikom vom Nord-Süd-Partner Forum für erneuerbare Energien und ländliche Entwicklung durch die Internationale Solidarität e.V. Interessierte direkt Informationen bzgl. der politischen und wirtschaftlichen Situation in Kamerun erhalten. Zusätzlich wurde in Zusammenarbeit mit der freiberuflichen Künstlerin Claudia Wegener und eines Kasseler Künstlerpaares die Galerie G/// mit Audio- und Bildereindrücken von Sambesi-Radioprojekten in Simbabwe und Sambia vorgestellt. Mittels Live-Audio-Takes wurden Impressionen vom Tag der Erde während des Tages in ein Online-Radio übertragen. Standnachbarn waren der Miteinander für Menschen in Afrika e.V., die ebenfalls über das gemeinsam durchgeführte Projekt "Villageboom - Basisorganisation zur Nutzung von Solarlampen" berichteten. Wir danken allen Beteiligten für ihre Mithilfe, den Besucher und Besucherinnen für ihr Interesse. Wiedermal haben uns die vielen Impressionen und Projekte anderer Organisationen inspiriert. 

    Beitragsbild:Umwelthaus Kassel e.V.

    Kamerun-Aufenthalt einer Studierenden der Universität Kassel

    Isabell Kolonko ist Studentin an der Uni Kassel und seit 2018 Mitglied des Baobab e.V. Im Rahmen des Seminars „Einführung in afrikanische Soziologien des Subsahara-Afrika-Raumes“ im WS 2017 wurde sie auf die Möglichkeit eines Praktikums in der Region Nord-West in Kamerun aufmerksam gemacht. Im Februar 2018 trat sie schließlich ihren neunwöchigen Aufenthalt an.

    Kamerun war meine erste große Reise und ich wusste nicht sicher, was mich erwarten würde. Vor Ort war ich zunächst etwas unsicher, habe mich aber in den Alltag und das Familienleben meiner Gastfamilie gut einfinden können. Besonders spannend war es für mich die vielen unterschiedlichen Gruppen kennenzulernen und zu verstehen, wie die Abläufe funktionieren. Gerne hätte ich mehr erfahren und auch enger mit den Gruppen zusammengearbeitet, das war aber leider in der Kürze der Zeit nicht möglich. Ich kann dennoch alles in allem von einer positiven Erfahrung berichten und würde auch gern in Zukunft meine Forschungen in diesem Bereich fortsetzen.

    Durch die freundliche Unterstützung der (Förder-)Mitglieder des Baobab e.V. konnte in Kouoptamo in Hinblick auf die Förderung berufspraktischer Bildungsangebote ein DIY-Seifenworkshop für Frauengruppen mitfinanziert werden. Unter Verwendung ökologischer Materialien aus der Region wurde im Rahmen des Workshops der Prozess der Herstellung von Seife erklärt und den Teilnehmenden die Möglichkeit gegeben das Erlernte Schritt für Schritt an Dritte weiterzugeben. Darüber hinaus bot sich hierdurch ein Anlass zum Austausch und zur Vernetzung der Teilnehmenden, die aus ganz unterschiedlichen Frauengruppen zusammenkamen.

    Vernetzungstreffen "Der Marshall-Plan mit Afrika"

    Am 17. März 2018 besuchten zwei Mitglieder des Baobab e.V. den Afrika-Tag 2018 "Der Marshall-Plan mit Afrika" in Stuttgart. Die Veranstaltung fand in den Räumlichkeiten der Baseler Mission Deutscher Zweig e.V. statt und eröffnete den Teilnehmenden Einblicke in die entwicklungspolitischen Zielsetzungen des BMZ durch ein Eröffnungsreferat von Dr. Joy Alemazung, der als Projektleiter bei Engagement Global arbeitet und gebürtiger Kameruner ist. Der Marshall-Plan mit Afrika wurde dabei anschließend sehr kontrovers diskutiert. Weitere Impulsvorträge folgten zur kirchlichen Partnerschaftsarbeit in Kamerun durch den Partnerschaftsreferenten der Baseler Mission Johannes Stahl und zur Ebola-Krise von Dr. med. Gisela Schneider, Direktorin des Deutschen Instituts für Ärztliche Mission e.V. (Difam). Spannend bei letzterem Vortrag war es, die Konzepte "Community Aproach Framework" sowie die "ASSET"-Methode kennenzulernen mit den die Ebola-Krise in Dorfgemeinschaften und Communities nachhaltig gestoppt werden konnte.

    Länderworkshops zu Kamerun, Nigeria, Südsudan, Sudan und West-Afrika

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