Am 6. Dezember konnte der Verein einen Vortrag für Studierende der Sozialwissenschaften im Rahmen des Soziologie-Seminars „Einführung in afrikanische Soziologien des Subsahara-Afrika-Raumes“ veranstalten. Dazu wurde der Referent E. Ametepeh aus Frankfurt gewonnen werden um seine Dissertation „Forest Transition Deficiency Syndrom“ vorzustellen und mit Bachelor- und Lehramtsstudierenden zu diskutieren. Herr Ametepeh beschäftigt sich angesichts der weltweiten Klimaproblematik mit der Frage, wie die Wälder Afrikas einen stärkeren Schutz erfahren können und untersucht am Beispiel von Waldgemeinschaften in der Hochwaldzone von Ghana Möglichkeiten wie dortiger Lebensraum nachhaltig auch für zukünftige Generationen geschützt werden kann. Dabei ist eine zentrale Frage wie die lokale Bevölkerung einen stärkeren politischen Einfluss ausüben kann, aber auch eigene Maßnahmen ergreift.

Am 25. Oktober 2017 präsentierten zwei Mitglieder von Baobab e.V. aktuelle Projekte und Vorhaben Studierenden der Universität Kassel. Dabei war der gut besuchte Markt der Möglichkeiten eine tolle Gelegenheit, um sich mit engagierten studentischen Initiativen im Bereichen wie Klimagerechtigkeit, Bildungsarbeit für kulturelle Vielfalt und anderen politischen Kontexten zu vernetzen. Ebenso wurde auf ein Soziologie-Seminar zu theoretischen und Praxis-orientierten Ansätzen über Subsahara-Antworten zu Begriffen wie Nachhaltigkeit und Entwicklung hingewiesen, welches aufgrund einer Dissertation eines Baobab-Vollmitgliedes im Rahmen seiner Studien wöchentlich an der Universität Kassel angeboten wird.  Wir bedanken uns beim Asta der Uni Kassel für die gute Struktur und Organisation.

Am 28. September 2017 sprachen in der Universität Kassel Baobab-Mitglieder mit dem ghanaischen Solarlampen-Verkäufer und dortigem Projektbetreuer Fred Ubuo aus Ghana über Herausforderungen und Visionen für einen Projekttransfer nach Kamerun. In dem Projekt "Villageboom" werden lichtstarke Solarlampen mit kleinen Solarpanels zum Laden von Lampen und Mobiltelefonen mit organisierten Frauengruppen in einem Mikrokredit-Mechanismus finanziert um nach einer viermonatigen Anschaffungsphase einerseits Kosten für fossile Brennstoffe in den Familienhaushalten zu reduzieren und andererseits um ländlichen Haushalten durch Licht Möglichkeiten zur Einkommensgenerierung (z.B. Schneiderarbeiten, Einzelhandel) auch in den Abendstunden nach 18:00 Uhr zu ermöglichen. Dies kann weitere positive Effekte nach sich ziehen, wie z.B. die Förderung von Organisation und Zusammenhalt unter Frauen in ländlichen Regionen, einen Beitrag zur Autonomie leisten und auch für Kinder in den Familien eine Möglichkeit darstellen unter besseren Bedingungen z.B. Hausaufgaben zu machen. 

Am 29. und 30. September 2017 nahmen zwei Baobab-Mitglieder an der themenspezifischen Afrika-Tagung in Frankfurt teil. Ebenso nahm unser Gast Fred Obuo aus Ghana teil. Der Auftakt der Tagung wurde nach einem gescheiterten Skype-Versuch mit Prof. Felwine Sarr aus Dakar. Ökonom und Autor von "Afrotopia", durch einen sehr interessanten Impulsvortrag von Aziz Salmone Fall aus Kanada zu "Souveränität und organisiertes geopolitisches Chaos: die Umstrukturierung von äußeren Kräften in Afrika" eröffnet. Ebenso wurden musikalische Beiträge verschiedener Künstler geboten. Am Samstagmorgen wurde mittels Fishbowl-Diskussion und verschiedenen Vertretern zivilgesellschaftlicher Bewegungen in Afrika über die Zukunftsperspektiven und Herausforderungen des Kontinents diskutiert. Am Nachmittag besuchten die Baobab-Mitglieder den Workshop "Klimawandel - Wie geht Afrika damit um?". Dabei entstanden interessante Gespräche und Kontakte. 

Aufgeladen, voller neuer Energie und Tatendrang kehrten zwei Mitglieder des Baobab e.V. von der diesjährigen Degrowth-Summerschool zurück, welche auf dem diesjährigen Klimacamp vom 18. bis 23. August 2017 abgehalten wurde. Das Klimacamp im Rheinland – ein alljährliches Treffen von Klimaschützer_innen, Ökoaktivist_innen und Weltveränderern aus aller Welt, fand dieses Jahr unweit des Örtchens Erkelenz statt und damit in unmittelbarer Nähe der Abbruchkante, an welcher sich die gefräßigen Riesenbagger, zu Zwecken der Braunkohleförderung, unaufhörlich weiter in die Landschaft fräßen und diese in eine unwirkliche Mondlandschaft verwandeln. In Zusammenarbeit mit Dr. Marthe Djuikom, Koordinatorin unserer Partnerorganisation in Kamerun, wurden interessierte Studierenden aus Frankreich, Belgien und Deutschland in einem viertägigen Workshop für die Verknüpfung von Degrowth- und Klimagerechtigkeitsansätzen im globalen Norden mit nachhaltiger Entwicklungszusammenarbeit an der Basis im globalen Süden sensibilisiert. Der Workshop stand unter der Leitfrage „Wie können Erfahrungen über den Kompetenzaufbau für einen gesellschaftlichen Wandel in Mikro-Projekten Wege und Impulse für einen Wandel auf der Makro-Ebene benennen?“.

Welchen Stellenwert hat Klimagerechtigkeit im Degrowth-Diskurs?